Unsere erste Kampenwand-Überschreitung

Zu viert machten wir uns Samstag früh auf den Weg, nahmen eine der ersten Seilbahnen zur Bergstation der Kampenwand und lieferten unser Übernachtungsgepäck an der Kampenwandhütte ab. Dann machten wir uns gleich auf den Weg zur Westwand, einen steilen Steig hinunter und an der Wand entlang bis zum Einstieg in die Alte Südwand:

Einstieg in die Alte Südwand (Westgipfel)

 

Wir kletterten in zwei zweier-Seilschaften hoch. Die Alte Südwand (4SL, 4+) ist recht nett zu klettern, etwas anspruchsvoll beim Finden der richtigen Route und für eine 4+ auch saftig (vielleicht auch nur wegen Rucksäcken auf). An einer Stelle kommt man recht nahe an ne 8-, da wundert man sich, warum auf einmal so viele Bohrhaken in der Wand sind… besser rechts halten, ansonsten geht’s technisch und man kommt wieder auf die ursprüngliche Route ;-). Von der Absicherung her ist sie nur mäßig abgesichert, ein paar Klemmkeile und Friends geben psychische Unterstützung. Die Standplätze sind nur mit einem Bohrhaken ausgestattet, das war aber hier an der Kampenwand generell so…

Flo im Vorstieg

Redundanz an einem Bohrhaken? ;)Luftiger Standplatz mit schöner Aussicht

Und schließlich kamen wir am Gipfel an: Beste Zeit um Brotzeit zu machen (und Kaffee zu kochen).

Auf dem Westgipfel angekommenWeiter nach Osten stiegen wir zum Gmelchturm ab.

Gmelchturm und TefelsturmDort noch schnell ne Sportklettermäßig gebohrte 6- (diesmal ohne Rucksack) hoch.

WinkeWinke vom Gmelchturm Flo und ich auf dem GmelchturmDa sitzen wir auf dem GmelchturmAls nächstes stand der Teufelsturm an, wir kletterten die Nordwestkante (1SL, 3+) hoch und seilten auf der anderen Seite ein paar Meter ab zur Scharte, um den Hauptgipfel zu ersteigen. Die Nordwestverschneidung (4+) ist eine anspruchsvolle Verschneidungskletterei, bei der wir Gas geben mussten, um hochzukommen.

Schöner Blick zum Chiemsee Da sieht man Flo am anderen Ende des Grates Gipfelidylle mit NebelZeitmäßig waren wir jetzt schon recht spät dran (halb 9 Abends), gut dass Hochsommer war… Also über den Ostgrat abgeklettert. Leider eine Scharte zu früh runter, so dass der Abstieg durch die Latschen nur ein anstrengender Mini-Pfad war. Das nächste Mal nicht nach der ersten Scharte runter sondern über eine Platte drüber (haben wir am nächsten Tag gemerkt).

Puh, um 10 waren wir dann wieder an der Hütte, kochten uns Spaghetti mit Tomatensauce und genossen ein Franziskaner Weißbier. Mhhh… Fazit: Schöne Klettereien, teilweise selbst abzusichern, Wetter hielt gut durch mit einigen durchziehenden Wolken, aber ohne Regen. Und ne 4+ ist alpin ganz schön knackig mit Rucksack…

Am Sonntag gönnten wir uns ein langes Ausschlafen und kletterten am Hauptgipfel die Ostwand (3/4SL, 4+), auch recht knackig, im oberen Teil schwer zu finden und es ist angenehm, Klemmkeile und Friends dabei zu haben.

Schmetterling hat Durst Ostwand am Hauptgipfel - wo ist die Route? In der Ostwand Klettern in der Ostwand Der Ausstieg, den ich vorgestiegen bin, war etwas zugewachsen ;)

Nach dem Abstieg und einer Brotzeit schauten uns die Steinling Wand an, bei der der Fels ziemlich . Leider war es da auch schon wieder zu spät um zu Klettern und so ging es an den zweistündigen Abstieg ins Tal.

P.S.: Danke an Flo für einige Fotos!

Ein Gedanke zu „Unsere erste Kampenwand-Überschreitung“

Schreibe einen Kommentar