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Eine Kaufberatung für Digicams

Das ist die große Frage, was für eine Digicam (wenn schon keine DSLR ;)) man sich kauft. Ich habe für einen Bekannten drei Reisezoomkameras in der Preisklasse 200-250€ rausgesucht und gegenübergestellt. Vielleicht interessiert es ja auch noch andere Leute, deshalb hier die Auflistung. Anmerkungen, Vorschläge etc gerne in den Kommentaren!

Panasonic Lumix DMC-TZ25: gute Bildqualität, viel Zoom, ab 240€ (Test)

Canon PowerShot SX220 HS: gute Bildqualität, etwas langsamer beim Fokussieren, ab 180€ (Test)

Sony Cyber-Shot DSC-WX100: sehr schnell, leicht, aber etwas schlechtere Bildqualität, zu viele Megapixel (bringt es nicht), ab 233€ (Test)

Zum Preisvergleich bietet sich Geizhals an. Zu dem Preis der Kamera kommt noch eine Speicherkarte (8GB denke ich passen, ich würde eine schnelle (z.B. SanDisk Extreme III oder Kingston Ultimate) nehmen) und eine Kameratasche (wenn man nicht schon eine hat).

Ein Feature, was vielleicht noch interessant wäre, wäre GPS. Damit speichert die Kamera für jedes Bild, wo es aufgenommen wurde, und man kann es später am PC auf Google Maps anschauen (auch wenn man die Bilder auf Google’s picasaweb hochläd wird der Ort angezeigt). Braucht man nicht unbedingt, aber kann ganz nett sein. Das haben alle drei Kameras nicht, da müsste man nochmal etwas mehr Geld drauflegen und zur Sony DSC-HX20V, Panasonic DMC-TZ31 oder Canon SX230HS/SX260HS greifen. Diese sind von der Bildqualität (außer die HX20V) anscheinend wieder etwas schlechter, aber ich weiß nicht ob das so viel ausmacht.
Hier gibts eine Liste von Chip.de (die Platzierung ist bei chip.de nicht ganz aussagekräftig, Kameras mit Rang +/-10 sind vergleichbar, lieber auf den Test-Text vertrauen als die Zahlen-Bewertung).
Und die Amazon-Liste.
Wenn man mehr Zeit mit der Auswahl damit verbringen will, gibts hier ein ziemlich gutes Forum. Dort kann jeder auch selbst eine Kaufberatung anfragen (das „Wichtig“-Thema beachten!).

Fazit:
Ich denke alle drei Kameras sind gut und mit keiner von den dreien kann man was falsch machen.

Fotografieren von Firmen-Events

Letztens kam ich zu einem Fotografierauftrag, um auf einem Firmenjubiläum Fotos zu schießen. Ich hatte noch nie ein Event dieser Größe (mehrere hundert Leute) fotografiert und musste mir deshalb erstmal überlegen, was da alles wichtig ist. Hier ein paar meiner Überlegungen.

Es sollte von jedem Mitarbeiter mindestens ein Portrait-Foto entstehen. Weil das Event im Freien bei sonnigem Wetter stattfand, hatte ich einen Blitz dabei. Diesen etwa auf -0,7 gestellt ergab recht gute Portraits. Was ich besser hätte machen können: Mir vor Beginn einen geeigneten Hintergrund aussuchen und die Leute entsprechend positionieren.

Ansonsten war eine bunte Mischung von Attraktionen für die Mitarbeiter geboten, so dass recht viele Action-Shots entstanden. Was ich als Tipps weitergeben kann: Fotos immer von verschiedenen Blickwinkeln aufnehmen und der Kreativität freien Lauf lassen (ganz nah / weit weg, von weit unten / von oben, Perspektive ausnutzen, längere Belichtungszeit + Kamera „nachziehen“). Kinder agieren oft recht natürlich und sie unbeobachtet einzufangen kann sehr schöne Fotos ergeben.

Es gab natürlich auch zu Essen und zu Trinken. Aufnahmen davon dürfen auch nicht fehlen (mit Tiefenschärfe experimentieren). Hier bietet es sich an, auch die Köche mit zu fotografieren, z.B. bei der Ausgabe.

Schwierig war der Wechsel zwischen dem harten Sonnenlicht und beschatteten Gebieten. Hier muss man ziemlich aufpassen, wann man einen Aufhell-Blitz braucht und ob ein Foto überhaupt gelingen kann.

Insgesamt gab es dann doch noch ein paar Momente, an denen ich meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte und so entstanden auch ein paar experimentelle Fotos. 🙂

Wer sich daran versucht, viel Erfolg!

Blitzauslöser selbstgemacht

Wer will das nicht: Einen alten ausgedienten Blitz wiederverwenden und nicht nur entfesselt per Blitz, sondern auch per Geräusch auslösen. Bei mir lag noch ein alter Metz Blitz herum (mit ~60V Triggerspannung) und deshalb machte ich mich an die Arbeit.

Das Wichtigste findet man hier bei diyphotography.net, nämlich den Schaltplan. Hier noch ne Einkaufsliste bei Reichelt (evtl noch ein PC-Kabel dazu falls gewünscht).

Nachdem der ganze Haufen Elektrozeug ankam hieß es erstmal den Überblick bewahren. Und dann gings ans Löten…

Nach ein paar Stunden näherte es sich der Vollendung. Jetzt waren ein paar Tests angebracht. Was war? Funktioniert natürlich nicht. Deshalb hier mein erster Tipp:

Überprüfe in den Datenblättern zu den wichtigsten Teilen, welcher Anschluss wo ist. In meinem Falle hab ich beim Optokoppler MOC3020 Pin 2 und 3 verwechselt, war aber nicht so schlimm weil Pin 3 eh nicht beschaltet ist.

Also nochmal gelötet und siehe da: Er reagiert sowohl auf Klatschen als auch auf nen Blitz! Juhuu! Also noch die Anschlüsse gebastelt und in ne Box verpackt:

Beim nächsten Test funktionierte die Auslösung über den Lichtsensor wunderbar, aber beim Mikro tat sich nichts. Nächster Tipp:

Kondensatormikrofonen ist es nicht egal wie herum man sie anschließt. Also falls es nicht funktioniert einfach mal andersherum anschließen.

Und schon gings! Hier noch die schicke Box zusammengebaut:

So, und jetzt muss die Box noch getestet werden… Und siehe da, wenn man das Mikrofon an den Plastikeimer anlehnt und irgendetwas ins Wasser fallen lässt, löst doch tatsächlich der Blitz aus:

Es gibt zwar noch Einiges zu verbessern, aber zumindest funktioniert es schonmal. Mal schaun, wann ich wieder Muße finde, weitere Fotos in diese Richtung zu schießen.

Wie man das mit einem Blitzauslöser am Besten selbst durchführt:

In einem vollständig abgedunkelten Raum die Kamera auf etwa 3-5 Sekunden Belichtung stellen und manuell scharfstellen. Dann auslösen und etwas ins Wasser fallen lassen. Durch das Geräusch wird der Blitz ausgelöst und man erhält ein hoffentlich scharfes Foto.

Meistens braucht man eine recht kleine Blende, damit eine höhere Tiefenschärfe erreicht wird.

Wenn das Bild zu unscharf wird, versuchen den Blitz auf eine niedrigere Stufe zu stellen, dann wird die „Belichtungszeit“ des Blitzes kürzer.

Festplatte verschlüsseln mit dm-crypt unter Linux

Nachdem ich doch immer einige wichtige Daten auf meinem Laptop mit mir herumtrage, hab ich mich mal damit beschäftigt, meine Festplatte zu verschlüsseln. Ist auch gar nicht so schwer, am Längsten hat das herumkopieren der Daten gedauert. Aber da muss man ja nicht zuschauen :).

Hier also eine Anleitung, um ein bereits existierendes Debian zu verschlüsseln. Als wichtigste Quelle rund um die Verschlüsselung sehe ich diesen guten Artikel. Auch die Readme Dateien von cryptsetup sind nützlich. Aber alles der Reihe nach.

Was benötige ich?

  • Komplettes Backup vom System auf einer externen Festplatte
  • SystemRescueCD auf CD oder USB-Stick
  • Etwas Zeit

Wohin will ich?

  • Komplettes System soll verschlüsselt sein (root-, swap-, Datenpartitionen)
  • Passwort soll leicht änderbar sein (=> LUKS)
  • Ruhezustand (Suspend2disk) soll funktionieren

Was muss ich tun?

  1. Sicherstellen, dass die Pakete lvm2, cryptsetup und busybox installiert sind.
  2. Von der SystemRescueCD booten. Ab jetzt finden alle Schritte in diesem System statt.
  3. Ein Backup machen und sicherstellen, dass es lesbar ist. Am Einfachsten geht das, wenn man eine externe Festplatte zur Verfügung hat, die genausoviel oder mehr Speicherkapazität hat wie die eingebaute Festplatte. Dann reicht ein einfaches „dd if=/dev/sdX of=/dev/sdY“ und etwas Zeit (bei mir 12h oO, vielleicht mal noch „bs=10M“ dranhängen?).
  4. Eingebaute Festplatte mit zufälligen Daten überschreiben, z.B. „dd if=/dev/urandom of=/dev/sdX“ (oder: „shred -n 1 /dev/sdX„)
  5. Neu partitionieren in eine Boot-Partition (100MB, ext3, /dev/sdX1 genannt) und eine Partition mit dem restlichen Speicher (/dev/sdX2 genannt), Bootable-Flag für sdX1 nicht vergessen.
  6. cryptsetup luksOpen –cipher aes-cbc-essiv:sha256 -y /dev/sdX2 lvmcrypt
    Dabei ein geeignetes Passwort eingeben und sich merken (mind 8 Zeichen, besser mehr!)
  7. LVM einrichten (je nach Geschmack unterschiedlich große LogicalVolumes):
    pvcreate /dev/mapper/lvmcrypt
    vgcreate main /dev/mapper/lvmcrypt
    lvcreate -L 12G -n root main
    lvcreate -L 1G -n swap main
    lvcreate… [home/data/whatever]
  8. Partitionen /dev/sdX1, /dev/mapper/main-root und /dev/mapper/main-swap formatieren
  9. Neue root-Partition (/dev/mapper/main-root) nach /mnt/linux mounten und /-Daten des Backups hierhin kopieren
  10. /mnt/linux/boot in /mnt/linux/boot_old umbenennen und /mnt/linux/boot-Ordner neu erstellen
  11. Neue boot-Partition (sdX1) nach /mnt/linux/boot mounten und boot_old-Daten des Backups hierhin kopieren
  12. Soweit so gut. Die Daten sind verschlüsselt. Jetzt muss man nur noch dafür sorgen, dass man auch wieder ins neue System reinkommt
  13. Jetzt das chroot einrichten und hineinwechseln:
    mount –bind /proc /mnt/linux/proc
    mount –bind /sys /mnt/linux/sys
    mount –bind /dev /mnt/linux/dev
    chroot /mnt/linux /bin/bash
  14. In die /etc/crypttab Datei eine Zeile einfügen:
    lvmcrypt /dev/sdX2 none luks
  15. In der /etc/fstab Datei die Einträge für root, boot und swap ändern, so dass die Einträge ähnlich wie hier ausschauen:
    /dev/sdX1 /boot ext3 defaults,errors=remount-ro 0 1
    /dev/mapper/main-root / ext4 defaults,errors=remount-ro 0 1
    /dev/mapper/main-swap none swap defaults 0 0
  16. Damit der Ruhezustand (suspend2disk) funktioniert, müssen in den Dateien /etc/initramfs-tools/conf.d/resume und /etc/uswsusp.conf die korrekte Resume-Partition eingegeben werden (/dev/mapper/main-swap)
  17. Eine neue InitRamdisk erstellen: update-initramfs -u
  18. Und schließlich Grub einrichten: update-grub sowie grub-install /dev/sdX
    Falls in dem Notebook noch eine PATA-Festplatte eingebaut ist und eine Fehlermeldung a la „Cannot find a grub drive“ erscheint, temporär in der /boot/grub/device.map den Eintrag von hdX1 in sdX1 umzubenennen
  19. Jetzt verlassen wir das chroot mit exit und unmounten alles wieder ordentlich:
    umount /mnt/linux/{proc,sys,dev,boot}
    umount /mnt/linux
  20. Das sollte es gewesen sein und das neue verschlüsselte System einsatzbereit.

Ergebnisse bzgl. Performance?

Zuerst muss ich bemerken, dass das Notebook schon recht alt ist, einen Pentium M 1,6GHz mit 1GB Ram und ner nicht besonders flotten 160GB 5400upm Festplatte besitzt.

Bei mir hat wohl die gleichzeitige Umstellung von ext3 auf ext4 performance-mäßig mehr bewirkt als der Wechsel zur verschlüsselten Festplatte. Meine Messungen des Boot-Vorgangs zeigen eine Verbesserung von 55 Sekunden (Grub-Prompt bis X11-Anmeldung mit ext3) auf 48 Sekunden (mit ext4 und Verschlüsselung ohne Zeit um das Passwort einzugeben). Mit den 5-10 Sekunden extra fürs Eingeben des Passworts ist man wieder beim gleichen. Beim Login und Laden der Gnome-Session lag eine Verbesserung von 37sec auf 25sec vor.

Das Kopieren von 90GB Daten von einer externen Festplatte auf die verschlüsselte Partition ging mit ~12MB/s in einer anständigen Geschwindigkeit, ich habe allerdings leider keine Referenzwerte ohne Verschlüsselung.

Wie auch immer 🙂 – Ob man im täglichen Betrieb viel von der zusätzlichen Prozessorbelastung merken wird, kann ich noch nicht sagen. Beim Hantieren mit großen Datenmengen merkt man es vielleicht schon, allerdings ist das bei meinem Notebook eh nie schnell, von daher kann ich das verkraften…

Ich hoffe, dass ich keinen wichtigen Schritt ausgelassen habe und meine Anleitung eine Hilfestellung geben kann. Bei Fragen dazu einfach melden.

Fritz!Box 7140 auf 7170 sowie Freetz’en

[Update]linuxkasten hat mich darauf hingewiesen, dass man mit Freetz neuerdings auch sogenannte „Alien“-Images erzeugen kann. Das erleichtert das ganze Prozedere natürlich.[/Update]

Tja, manchmal macht es einem AVM nicht leicht. Ich hab die Fritz!Box 7140 als günstige Alternative zur 7170 gekauft (außer dem ISDN S0-Bus hat sie keine weiteren Änderungen). Allerdings ist die neueste (?!?) Firmware von Mitte 2007, also uuunendlich alt. Und da muss man auf so Späße wie Faxempfang verzichten.

7140 auf 7170 modden

Also hab ich mal den Freund und Helfer im Internet angeschmissen und bin auf diesen Post gestoßen. Gesagt getan, und schon ist aus der Fritz!Box 7140 eine 7170 geworden 🙂 . Hier nochmal die Schritte (falls das Forum irgendwann verschwindet…):

  • Man braucht: nicht passende recovery.exe, aktuelles 7170 Image sowie ncftp
  • kernel.image aus dem 7170-image enpacken und ins gleiche Verzeichnis wie die ncftp.exe schieben
  • Nicht passende recovery.exe starten (funktioniert auch in einer virtuellen Maschine, deren Netzwerk bridged ist) und Anweisungen befolgen (Stromverbindung zur Fritz!Box trennen)
  • Auf abbrechen klicken sobald angezeigt wird, dass es die falsche Firmware ist.
  • ncftp -u adam2 -p adam2 192.168.178.1
    ncftp /> passiv
        ... passiv on
    ncftp /> binary
    ncftp /> quote MEDIA FLSH
        Enabled media flash [oder ähnlich]
    ncftp /> put -z kernel.image mtd1
        [warten bis Übertragung fertig ist]
    ncftp /> quote SETENV firmware_version avm
    ncftp /> quote REBOOT
  • Sollte ordentlich rebooten.

Freetz

Der nächste Schritt war jetzt noch, SSH und OpenVPN drauf zum Laufen zu bekommen. Da gibt es eine ziemlich coole Variante namens Freetz. Einfach herunterladen (svn checkout http://svn.freetz.org/tags/freetz-1.0.3), dann make aufrufen und die gewünschten Pakete aktivieren (bei mir: dropbear, avm-firewall, openvpn). Dann kompiliert er ne Weile und heraus plumpst ein gepimptes Firmware-Image zum Upload auf die Fritz!Box.

Dieses dann ganz normal eingespielt und nach paar Minuten warten (und einmal Strom klauen als sich nichts rührte, weiß auch nicht warum) startete sie wieder. Man sollte nur aufpassen, dass man zur Not eine passende recovery.exe von AVM hat, falls was schief geht.

Als neuer Menüpunkt erscheint nun Freetz, mit dem man sich mit Passwort freetz anmelden kann. Auch der SSH-Login funktioniert so schon, so dass man dort in .ssh/authorized_keys seinen öffentlichen Schlüssel (id_rsa.pub) speichern kann. Jetzt nur noch in der Freetz-Webconfig die Passwort-Authentifizierung deaktivieren und mit avm-firewall eine Portfreigabe für SSH auf die Fritz!Box (0.0.0.0) erstellen. Und schon kann man sich von extern mit seinem SSH-Key auf der Fritz!Box einloggen!